27/02/2014

Reiselektüre für kleine LeseEntdecker

Ist man auf Reisen, dann leistet die mitgenommene Reiselektüre meist einen nicht ganz unerheblichen Beitrag dazu, wie wir die uns noch unbekannten Länder, Städte und Orte erleben. Und damit ist nicht nur der typische Reiseführer gemeint, den man meistens dabei hat. Wir meinen viel eher die Geschichten und Erzählungen, die wir uns mitnehmen, um sie in einer ruhigen Minute durchzublättern und zu lesen. Besonders eindrücklich sind natürlich jene, die von den Orten erzählen, die wir gerade bereisen und entdecken wollen. Für kleine Leute ist es sogar sehr wichtig eine Art Rückzugspunkt zu haben, während so viel Neues auf sie einströmt. Ein Buch leistet dies unserer Meinung nach in besonderem Maße.

Ein sehr gelungenes Beispiel für einen solchen Reisebegleiter möchten wir deswegen heute vorstellen. Er hat uns während unseres Aufenthalts in Zürich begleitet.

Gute Nacht, Zürich – Eine Stadt geht schlafen von Dorothee Hesse und illustriert von Ute Simon erschienen bei Bohem Press.

SONY DSCEs ist die Geschichte des kleinen Nachtwächters, der sich jeden Abend auf den Weg macht, um in Zürich überall die Türen abzuschließen. Seine Tour führt ihn und somit auch uns zu einigen der bekanntesten Orte der Stadt. Zuerst geht es zum Opernhaus und anschließend zum Kinderspital. Da wartet man ganz besonders auf den bärtigen Freund, denn er liest den Kindern jeden Abend noch eine Gute-Nacht-Geschichte vor. Nächste Station ist der Züricher Zoo und danach geht es zur roten Polybahn, die vom Nachtwächter noch einmal geölt werden muss.

SONY DSCImmer dabei hat er natürlich seine Laterne, die ihm auch auf dunklen Straßen den Weg leuchtet. Sie führt ihn weiter zur Sternwarte, ins Spielzeugmuseum und schließlich zum schönen Fraumünster direkt an der Limmat gelegen. Von da aus setzt er seinen Arbeitsweg dann über das Wasser fort und wir gelangen noch zum Zürichsee – der darf natürlich unmöglich fehlen.

Auf jeder Seite erfahren wir ein paar interessante Fakten über die betreffende Station oder lernen jemanden kennen. So zum Beispiel einen kleinen Teddybären, der im Spielzeugmuseum wohnt. Besonders toll ist es dann natürlich, wenn man dieses Spielzeugmuseum auch wirklich besucht und man den einen bestimmten Teddy unter vielen meint entdeckt zu haben.

Außerdem haben wir im Spielzeugmuseum dann auch den Nachtwächter entdeckt. Zwar nicht persönlich, aber in genau der Gestalt, in der er uns schon sehr vertraut ist – zwischen den Seiten von Gute Nacht, Zürich.

SONY DSCEin zauberhafter Reisebegleiter für kleine Leute ist dieses dünne Bilderbuch. Mit ganz einfachen und ruhigen Bildern erzählt es von der kleinsten Weltstadt der Welt. Die Idee den Text auf jeder Seite in Hochdeutsch wie auch in Schwiizertüütsch abzudrucken, gefällt uns besonders gut. So kann beim Vorlesen gleich einmal auf die große Frage zur unbekannten Sprache eingegangen werden. Kinder sind meist sehr offen für andere Sprachen und Dialekte, wollen sie aber in gewisser Weise übersetzt und erklärt bekommen. Mit dieser Geschichte dürfte das kein Problem sein.

Wir hoffen diese Reihe wird noch für viele andere Städte fortgesetzt. Mit Gute Nacht, Bern hat der Verlag schon einmal einen Anfang gemacht.

Unser EntdeckerTipp in diesem Zusammenhang liegt diesmal fast auf Hand. Nehmt Bücher mit auf die Reise und haltet mit ihnen immer wieder inne, um den Ort, an dem ihr seid, wirklich kennenzulernen.

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8/10/2013

Internationale Kinderbuchhandlung (Teil II)

Mitgebracht aus dem schönen Prag haben wir vier Bilderbücher. Sehr unterschiedliche Titel sind es – aber jeder auf seine Weise besonders.

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In den Regalen mit den deutschen Titeln sind wir auf ein Buch aufmerksam geworden, das uns so gar nicht bekannt vorkam.

Fips hat Geburtstag – Eine Tiergeschichte aus dem Goldenen Gässchen in Prag von Harald Salfellner und illustriert von Lucie Müllerová erschienen im Vitalis Verlag Prag.

Es handelt sich hier um die Geschichte des kleinen Affen Fips, der in dem berühmten Häuschen Nr. 22 im Goldenen Gässchen von Prag wohnt und Geburtstag hat. Doch welch Ärger – all seine Tierfreunde, die in den anderen kleinen Häuschen der Gasse wohnen, verschlafen einfach seinen Geburtstag. Es stellt sich heraus, dass sie am Abend zuvor viel zu lange wach geblieben sind, um für ein Konzert zu üben. Für wen das wohl bestimmt ist?

Fips hat Geburtstag zeigt das Goldene Gässchen einmal so ganz ohne Touristenströme und eignet sich ganz wunderbar, um Kinder auf einen Pragbesuch einzustimmen.

Die drei anderen Bücher haben wir bei Amadito & Friends in der englischen Ecke entdeckt. Sofort ins Auge gefallen ist uns dabei ein amerikanisches Bilderbuch, das komplett ohne Worte auskommt.

The red Book von Barbara Lehman erschienen bei Houghton Mifflin Company Boston.

Ein Mädchen und ein Junge finden zur gleichen Zeit, aber auf unterschiedlichen Kontinenten der Erde ein rotes Buch – einmal im Schnee und einmal am Strand.  Und dann passiert etwas Unvorstellbares – beim Anschauen des Buches finden die beiden einander. Eine abteuerliche Reise zueinander beginnt. Mit ganz einfachen Bildern erschafft Barbara Lehman eine Geschichte, die uns immer wieder staunen und mitfiebern lässt – die bis zum Ende hin und darüber hinaus der Phantasie freien Lauf lässt. Wir finden genau richtig für kleine LeseEntdecker. Schnell hinein damit – in den EntdeckerKoffer!

Von der Illustration her ganz anders erscheinen uns die beiden britischen Titel fast wie Klassiker. Grund dafür die detailierten Zeichnungen und die dezente Farbgebung.

Alfie and the Birthday Surprise von Shirley Hughes erschienen bei Red Fox by Random House Children´s Books London.

Shirley Hughes hat mehrere Geschichten über den kleinen Jungen Alfie veröffentlicht. In dieser hier geht es um eine Geburtstagsüberraschungsparty für Alfies Nachbarn Mr MacNally, die Alfie in diesem Jahr so besonders wichtig erscheint, da Mr MacNally kurz zuvor seinen alten Kater Smoky verloren hat. Sehr liebevoll behandelt dieses Buch die Themen Freundschaft und Familie auf der einen und  Trauer und Abschied auf der anderen Seite. Zum Heranführen an die englische Sprache ist dieses Buch durch die langen Texte aber nicht geeignet.

Anders ist das aber bei unserer letzten BuchEntdeckung aus der internationalen Kinderbuchhandlung. Hier wird den wunderbaren Bildern jeweils nur sehr wenig Text beigefügt. Immer nur dann, wenn die beiden Figuren etwas zu sagen haben – so manches Bild bleibt dabei ganz ohne Worte.

Ernest & Celestine von Gabrielle Vincent erschienen bei Catnip Books London.

Bei den Figuren handelt es sich um die kleine Maus Celestine und den großen dicken Bären Ernest, die eine ganz außergewöhnliche Freundschaft verbindet. In Ernest & Celestine machen sie zusammen einen Winterspaziergang und verlieren dabei, zum großen Kummer von Celestine, Simeon – ihren heißgeliebten Kuschelpinguin. Jedes Kuscheltier, was Ernest neu besorgt und Celestine zum Trost schenkt, hilft nicht über ihren Kummer hinweg. Keines von ihnen ist eben Simeon der Kuschelpinguin. Jedes Kind, das auch einen so wichtigen Kuschelfreund hat, fühlt an dieser Stelle sicher unheimlich mit Celestine mit. Da muss man doch etwas machen! Das findet Ernest auch und lässt sich für seine kleine Mäusefreundin etwas einfallen.

Erstmals erschienen ist Ernest & Celestine sowie weitere Geschichten über dieses ungleiche Paar bei dem belgischen Verlag Casterman. Auf Deutsch sind im Tulipan Verlag bereits die Titel Ernest und Celestine suchen Simon sowie Weihnachten bei Ernest und Celestine erschienen. Bei unserer Recherche über die Bücher sind wir außerdem darauf gestoßen, dass es  sogar schon einen Film über Ernest & Celestine gibt, der Anfang Dezember bei uns als DVD zu kaufen sein soll. Wir haben uns den Trailer angeschaut und waren gleich begeistert. Die bezaubernden Illustrationen von Gabrielle Vincent sind darin ganz wörtlich zum Leben erweckt und mit sehr passender Musik vertont. Sehr besonders – so unser Eindruck, aber wohl eher für die Großen geeignet. Schaut selbst: Ernest & Celestine – Der Film.

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6/10/2013

Internationale Kinderbuchhandlung Prag (Teil I)

Unsere erste EntdeckerReise haben wir ins schöne Prag unternommen. Eine der wichtigsten Stationen war dabei die internationale Kinderbuchhandlung Amadito & Friends unmittelbar an der Moldau auf der Lesnická Nummer 6. Schon vor unserer Abreise war ein Besuch fest mit eingeplant, denn die Vorstellung Kinderbücher aus verschiedenen Ländern nebeneinander in einer Buchhandlung bestaunen zu können, hat uns einfach zu gut gefallen.

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Etwas versteckt liegt die Buchhandlung im Souterrain eines schönen Altbaus. Genau richtig also für uns – schließlich wollten wir eine Entdeckung machen. Und das haben wir auch.

Als wir den Laden betreten, werden wir herzlich begrüßt und Sylvie – eine der Inhaberinnen – erklärt uns, wo wir was finden. Neben dem Regal mit den uns gut bekannten deutschen Covern entdecken wir eine feine Auswahl an französischen Titeln. Wir stöbern uns weiter in die englische Ecke – staunen da über die etwas fremde Aufmachung und Ausstattung der Bücher. Im nächsten Moment geht die Tür auf und es ertönt ganz fröhlich „Bonjour“. Zwei kleine Mädchen aus der französischen Schule um die Ecke sind gekommen, um ihre Bestellungen abzuholen, wie wir später erfahren. Eine schöne Atmosphäre in diesem kleinen Lädchen finden wir – wie schön diesen besonderen Ort entdeckt zu haben.

Natürlich haben wir die Buchhandlung nicht ohne neu erstandene Bücher verlassen. Drei englischsprachige Bilderbuchschätze sowie einen deutschen Titel eines Prager Verlages haben wir mitgenommen und den ganzen Tag stolz im EntdeckerKoffer umhergetragen. Doch dazu mehr in einem folgenden Beitrag.

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