23/04/2018

Welttag des Buches 2018

Freude am Lesen verbreiten, Geschichten teilen und die Liebe zum Buch weitergeben – dafür steht der UNESCO-Welttag des Buches. Vor einiger Zeit habe ich in den verlassenen Bücherregalen der Urgroßmutter ein Exemplar eines zum Welttag des Buches herausgegebenen Lesebuches aus dem Jahre 1998 entdeckt. Ich habe es mitgenommen und im eigenen Bücherregal wieder eingeordnet. Welche Bücher ich außerdem mitgenommen habe und was das konkret mit den LeseEntdeckern zu tun hat, wird in den nächsten Tagen hier zu lesen sein. Nur so viel schon einmal vorab – es geht um das Weitergeben von Büchern über Generationen und warum wir das so wichtig finden.

In diesem Sinne einen schönen Welttag des Buches!

LeseBuch zum Welttag des Buches am 23.04.1998, © Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Illustration: Quint Buchholz

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2/04/2018

Im Buch ist das Kleine groß – Internationaler Kinderbuchtag 2018

Es gibt in der diesjährigen Botschaft zum Internationalen Kinderbuchtag jede Menge Passagen, die uns aus dem Herzen sprechen. Unter dem Motto „Im Buch ist das Kleine groß“  spricht die lettische Schriftstellerin Inese Zandere beispielsweise davon, wie Geschichten, Märchen oder Gedichte ein instinktives Bewusstsein dafür schaffen, dass Ordnung in der Welt möglich ist und dass jeder seinen bestimmten Platz in ihr hat. Die Wirkung des Buchs beschreibt sie als ein wohlgeordnetes Ganzes, in dem das Große sich im Kleinen zeigt.

Für uns ist das ein sehr wichtiger Gedankengang, der einmal mehr zeigt, wie wichtig Bücher für Kinder sind. Denn sie suchen noch nach einem Platz für sich, ihr Tun und ihr Denken auf dieser Welt – das Einordnen und Zurechtfinden passiert erst Stück für Stück. Mit Büchern an ihrer Seite gehen sie diesen Weg allerdings mit einem größeren Gefühl an Halt und Sicherheit.

Ein Kinderbuch hat die unfassbare Macht,

junge Menschen in ihrem Willen

und ihrer Fähigkeit zu leben zu bestärken.

Es fördert ihren Lebensmut.

Inese Zandere
(Übersetzung Carolin Farbmacher)

 

Internationaler Kinderbuchtag 2018

In Verbindung mit der bezaubernden Illustration des Künstlers Reinis Pētersons ist es Lettland in jedem Falle gelungen, die Bedeutung des heutigen Tages in Wort und Bild entsprechend darzustellen.

Ein Kinderbuch symbolisiert Respekt

für die Größe des Kleinen.

Inese Zandere
(Übersetzung Carolin Farbmacher)

Diese in unseren Augen bedeutendste Aussage der lettischen Botschaft findet sich sehr schön auch in den so mutigen und selbstbewusst gezeichneten Kindern der Illustration wieder. Und auch die folgenden Zeilen von Inese Zandere zeigen noch einmal vollkommen, welchen Wert Bücher für Kinder haben sollten.

In einem Buch ist das Kleine immer groß – und das sofort,

nicht erst, wenn man erwachsen ist.

Ein Buch ist etwas Geheimnisvolles,

das Unerwartetes oder Unerreichbares zugänglich macht.

Das, was Leser einer bestimmten Altersgruppe

noch nicht rational erfassen können,

hinterlässt Spuren in ihrem Bewusstsein und wirkt weiter,

auch wenn es noch nicht völlig verstanden wird.

 

Ein Bilderbuch kann auch für Erwachsene

eine Schatztruhe an Weisheit und Kultur sein,

genauso wie Kinder ein Buch lesen können,

das für Erwachsene bestimmt ist,

und darin ihre eigene Geschichte, einen Hinweis

auf ihr kommendes Leben, finden.

Inese Zandere
(Übersetzung Carolin Farbmacher)

 

Wunderbare und wichtige Worte, die hier auf der Seite auf keinen Fall fehlen sollen. Der gesamte Text der Autorin ist hier auch noch einmal komplett nachzulesen. Wir wünschen allen kleinen und großen LeseEntdeckern einen schönen Kinderbuchtag – genießt ihn und tragt die Botschaft weiter!

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30/03/2018

Frohe OStern

Wenn ein kleiner LeseEntdecker beim Lesen kurz inne hält und bemerkt, dass in „Ostern“ ja das Wort „Stern“ vorkomme, aufschaut und uns anstrahlt – dann wissen wir, hier beginnt gerade jemand Spaß an der Sprache zu haben.

Dann strahlen wir zurück und erkennen ganz deutlich, welchen Wert unser Tun hier bei den LeseEntdeckern und das vieler anderer Leseförderer und Literaturvermittler, Autoren, Illustratoren, Buchhändler und Verleger hat. Der Weg, den wir hier zukünftig weiter gehen möchten, erscheint uns dann ganz und gar klar.

In diesem Sinne wünschen wir allen schöne OStern!

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31/10/2017

Vorlesen an Halloween mit Mildred

Heute werden wieder viele kleine Hexen und Hexenmeister durch die Straßen ziehen und mit glühenden Wangen und hüpfenden Herzen Süßigkeiten einheimsen oder herumspuken. Was für viele Erwachsene einfach nur ein weiterer Trend aus Amerika ist und vom Handel jedes Jahr mit mehr und mehr Produkten besetzt wird, ist für die kleinen LeseEntdecker ein echtes Erlebnis. Sich verkleiden, Quatsch mit Freunden und jede Menge Süßigkeiten – das sind eindeutig Zutaten, die ein Kinderherz sehr glücklich machen können. Und weil Erlebnis in vielerlei Hinsicht unser Stichwort ist, soll es heute auch ein Halloween-Buchtipp geben. Warum einen solchen Tag verstreichen lassen, wenn er doch wie dafür gemacht ist, einer kleinen Schar von Hexen, Monstern und Geistern eine Geschichte vorzulesen? Unsere Wahl ist auf einen bezaubernden Kinderbuchklassiker gefallen, der durch eine neue Fernsehserie gerade wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt.

Eine lausige Hexe von Jill Murphy und übersetzt von Ursula Kösters-Roth, erschienen im Diogenes Verlag.

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Eine lausige Hexe/Eine lausige Hexe zaubert weiter © Diogenes Verlag, Illustrationen: Jill Murphy

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24/06/2017

Helle Nächte sind zum Vorlesen da

In unseren Breitengraden verleben wir gerade die längsten Tage und kürzesten Nächte des Jahres. Erst spät am Abend wird es dunkel und wenig später graut auch schon wieder der Morgen. Umso nördlicher man kommt, desto deutlicher erlebt man diese besondere Zeit mit ihren hellen Nächten. Zahlreiche Bräuche und Legenden ranken sich um sie und die Lichtfülle lädt regelrecht dazu ein, sich für all die schönen Sommerdinge mehr Zeit zu nehmen und die Nacht zum Tag zu machen. Den Beginn des Sommers in vollen Zügen zu feiern oder unter freiem Himmel das Vorlesen zu zelebrieren. Und genau das wollen wir heute auch tun. Wir veranstalten ein kleines Mittsommer-Lesefest – mit dabei eine wunderbare, kleinen Geschichte aus Schweden.

Das große Fest im Häschenwald von Ulf Stark, illustriert von Eva Eriksson und übersetzt von Brigitta Kicherer, erschiene im Verlag Friedrich Oetinger.

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Das große Fest im Häschenwald © Verlag Friedrich Oetinger, Illustrationen: Eva Eriksson

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1/06/2017

Liebe! Niemals Gewalt!

1978 erhielt Astrid Lindgren als erste Kinderbuchautorin den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Damit wurde sie als eine Persönlichkeit geehrt, die „durch ihre literarische Tätigkeit in hervorragendem Maße zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat“. In ihrer im Anschluss gehaltenen Rede stand sie also vor der Aufgabe über Frieden, Menschlichkeit und über die Verständigung der Völker zu sprechen. Und genau das tat sie auch – allerdings auf ihre ganz eigene Art und Weise. Denn über Frieden zu sprechen, bedeutete für sie in erster Linie über die Kinder zu sprechen. Und nicht nur „über“ sie, sondern „für“ sie. Sie wollte ihnen eine Stimme geben und für sie eintreten.

Ihre damals gewählten Worte sind bis heute von enormer Wichtigkeit für die Rechte unserer Kinder im Speziellen und das gewaltfreie Zusammenleben in der Gesellschaft im Allgemeinen. Bisher konnte man sich ihre Rede nur in Auszügen anschauen oder als Textdatei herunterladen. Seit diesem Jahr allerdings gibt es ein kleines feines Büchlein, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, um ihren Appell lebendig zu halten und weiter zu geben.

Obwohl fast vierzig Jahre vergangen sind und sich besonders in der Kindererziehung auch vieles verändert hat, sind Astrid Lindgrens Forderungen besonders heute aktueller denn je. Deswegen ist es uns auch wichtig die Aufmerksamkeit des heutigen Tages zu nutzen und dieses Buch ganz bewusst eben am Internationalen Kindertag in den EntdeckerKoffer einziehen zu lassen.

Niemals Gewalt! von Astrid Lindgren mit einem Vorwort von Dunja Hayali und einem Nachwort von Silke Weitendorf, übersetzt von Anna-Liese Kornitzky, erschienen im Friedrich Oetinger Verlag.

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Niemals Gewalt! © Friedrich Oetinger Verlag

Astrid Lindgren spricht von Frieden als etwas, das es nicht gibt. Und wolle man ihn eines Tages erreichen, so müsse man „von Grund auf neu beginnen – bei den Kindern“, so die Autorin. Und wie dieser Neuanfang auszusehen hat, das wusste sie auch ziemlich genau. Mit Liebe und Geborgenheit, aber niemals mit Gewalt. Nur wenn wir unseren Kindern mit Liebe begegnen, können aus ihnen auch Menschen werden, deren Grundhaltung durch Liebe geprägt ist. Und das wäre – so realistisch war auch sie – zumindest ein Anfang.

Gebt Kindern Liebe, mehr Liebe und noch mehr Liebe.

 

Ein besonders berührender Teil ihrer Rede ist die kurze Erzählung über eine Mutter, die ihren Sohn mit Stockschlägen bestrafen will, durch seine Reaktion darauf die Situation aber auf einmal durch seine Augen betrachtet und so über sich selbst unendlich erschrickt. Und wie gut, dass Astrid Lindgren diese Erzählung in die sonst doch sehr klaren und direkten Worte eingewoben hat, denn so hat sie ein Bild in den Köpfen der Menschen erschaffen, das ihr Appell allein nicht zustande gebracht hätte. In diesem Zusammenhang möchten wir auch auf einen Kurzfilm aufmerksam machen, der genau diese Geschichte darzustellen versucht und somit Lindgrens Werte und Forderungen weiterträgt – in unsere heutige Gesellschaft, in der Gewalt viele verschiedene Gesichter hat. Ein sehr wichtiger Beitrag.

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Niemals Gewalt! im Kreise diverser Lindgren-Titel © Friedrich Oetinger Verlag

Auch Dunja Hayali geht in ihrem Vorwort auf diese Geschichte ein und erinnert daran, dass Lindgrens Rede einen Meilenstein für die Kinderrechte darstellt. Ihrem Text ist anzumerken, wie sehr sie das Erbe der Autorin wertschätzt und er stellt als Einstieg und Hinführung zu Lindgrens Rede einen sehr authentischen Bezug zu unserer heutigen Zeit her. Abgerundet ist das Büchlein mit dem Nachwort der Verlegerin Silke Weitendorf und gibt all denjenigen, die die Autorin Astrid Lindgren nur von ihren Kinderbüchern her kennen, einen Einblick in ihr Leben und ihr Wesen, was die Rede eindeutig noch besser verständlich macht.

Wir möchten dieses Büchlein an dieser Stelle von ganzem Herzen empfehlen, denn wir sind überzeugt davon, dass Astrid Lindgren vor 39 Jahren einen Weg aufgezeigt hat, der tatsächlich zu mehr Frieden und Nächstenliebe in unserer Welt führen könnte. Umso mehr Menschen sich diesen zu Herzen nehmen und den Kindern eine Kindheit in Liebe und Geborgenheit schenken, umso näher kommen wir dem Traum vom Frieden. Und auch wenn uns vieles gerade glauben lässt, dass wir davon sehr weit entfernt sind, so müssen wir dennoch daran festhalten. Astrid Lindgren hat das ein Leben lang getan und stets an das Gute geglaubt. Wie schön ist es da, dass der Verlag für den Umschlag des Buches die Farbe Grün gewählt hat – die Farbe der Hoffnung.

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