Mit Fred auf den Spuren der Maya

Seit unserer Reise mit Fred zu den Wikingern freuen wir uns auf das, in dieser Geschichte von Opa Alfred bereits angekündigte, Abenteuer in Mittelamerika. Der alte Mann versteht es nämlich ausgesprochen gut Lust auf Geschichte und Mythologie zu machen. Dank Birge Tetzner – der Autorin der Reihe – profitiert davon aber nicht nur sein Enkelsohn Fred, sondern auch viele kleine und große LeseEntdecker vor den CD-Playern. In diesem Falle nehmen Fred und sein Opa uns mit in den Regenwald von Guatemala, wo sie sich auf die Spuren der klassischen Maya begeben. Eine Reise, die Fred allerdings nicht nur auf einen anderen Kontinent und in ein fremdes Land führt, sondern ihn wieder viele Jahre zurück durch die Zeit schickt – in die Blütezeit der Maya um 800 n. Chr.

Fred bei den Maya – Der Aufstand der Jaguarkrieger von Birge Tetzner, erschienen bei ultramar media.

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Mit Fred unterwegs im Dschungel zu Zeiten der klassischen Maya – Illustration: Hans Baltzer

Schon das Intro zur Entstehung der Welt, so wie die Maya sie sich vorstellten, sorgt für Gänsehautfaktor. Die klare Stimme von Maximiliane Häcke als Xkik´wirkt vor dem langsamen Heranrollen der mystischen Klänge und Geräusche grandios. Es ist die Rede von der Kunde – „die Kunde von der Schöpfung der Welt, vom Herzen des Himmels und vom Herzen der Erde.“ Sprachlich könnte der Auftakt zur Geschichte nicht besser gestaltet sein – so differenziert und besonders wird hier erzählt. Man sieht das ruhende All, Kukulcan – die gefiederte Schlange und das Erhellen von Himmel und Erde förmlich vor sich – sieht wie die Berge sich erheben und das Wasser zu fließen beginnt.

Erst der Schrei eines Brüllaffens holt einen dann wieder zurück. Allerdings nur, um sich gleich darauf mitten im Dschungel wiederzufinden – auf den Stufen des Tempels der Masken in Tikal kurz vor Sonnenaufgang. Den wollen sich Fred, Opa Alfred und Hund Hektor – als großes Highlight ihrer Mittelamerika-Reise – nämlich von ganz oben anschauen und sind daher extra zeitig aufgestanden. Zum Glück erreichen sie die oberste Stelle rechtzeitig und wir kommen in den Genuss einen Sonnenaufgang über den Pyramiden von Tikal mit Blick auf den Tempel des großen Jaguars mitzuerleben. Allein durch das Gehör und unsere Fantasie, was sehr beeindrucken ist.

Nicht weniger beeindruckend ist auch wieder Opa Alfreds Gabe geschichtliche Hintergründe und Fakten wunderbar lebendig zu erzählen. Immer noch hoch oben über Tikal erfahren wir beispielsweise wie die Mayas sich die Welt vorgestellt haben, welche Rolle die Astronomie für sie gespielt hat oder an welche Götter sie glaubten.

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Innenansicht des Booklets mit Erklärungen, Glossar und Zeittafel

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Detail aus dem Booklet – Illustration: Hans Baltzner

Nur eine kurze Busfahrt zur nächsten Maya-Stadt später entdeckt Fred während einer Panne tief im Dschungel Überreste einer alten Torfassade und reist darüber schließlich viele Jahre zurück an den selben Ort, der sich nun aber unter einem viel dichteren Blätterdach befindet und an dem die Geräusche des Regenwaldes um ein Vielfaches lauter zu hören sind.

Dort begegnet er dem Maya-Mädchen Xkik´und ihrem Bruder Balam, die gerade auf der Suche nach ihrem Vater sind, der aufgrund seines Auflehnens gegen den König von Tikal dort gefangen genommen wurde. Fred tritt mit ihnen gemeinsam den Weg nach Tikal an, um ihn zu befreien. Dabei lernt er viele nützliche Dinge aus dem Alltag der Maya, lauscht Xkik´s spannenden Geschichten über die Götter und freundet sich nebenbei mit ihr an.

Die Verbindung einer spannenden Erzählung mit geschichtlichen – stellenweise sehr detaillierten – Sachinformationen ist auch in diesem Teil wieder sehr gut gelungen. Wichtige Nahrungsmittel der Maya oder signifikante Rituale werden in die Handlung so eingebaut, dass man sie nebenbei aufnimmt – ohne das Gefühl zu haben sich gerade geschichtliches Wissen anzueignen. Beispielsweise wird das Frühstück, das sich die Kinder im Dschungel zubereiten, sehr genau beschrieben und auch der Geräuschemacher leistet an dieser Stelle wieder ganze Arbeit.

Höhepunkt des Abenteuers ist ein Ballspiel in Tikal, das bei den Maya als Spiel des Schicksals galt und Fred schließlich in eine äußerst brenzlige Situation bringt. Schuld daran ist sein „sonnenglänzendes Haar“, das für die Maya so fremd wie faszinierend zugleich erscheinen musste. Zum Glück hat er seinen treuen Hund Hektor und seine neue Freundin an seiner Seite. Dank ihnen nimmt schließlich auch diese Zeitreise für Fred einen guten Ausgang.

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Mit Fred unterwegs im Dschungel zu Zeiten der klassischen Maya – Illustration: Hans Baltzner

Wie schon bei den Vorgängern hat sich das Team von ultramar media auch für Fred bei den Maya wieder viele Gedanken gemacht. Neben Inhalt, geschichtlichem Kontext, Ausstattung und Sounddesign sind es diesmal aber vor allem die feinen Bezüge zu wichtigen Themen und Motiven, die bei uns nachgewirkt haben. Was bedeutet es anders zu sein? Wie entsteht Vertrauen? Und nicht zuletzt – warum gibt es immer wieder Kriege, wobei wir doch aus der Geschichte wissen, dass sie nur Leid und Zerstörung mit sich bringen. Diese Fragen und mehr wirft Fred´s neues Abenteuer bei uns und sicher auch bei den kleinen Lese- bzw. HörEntdeckern auf. Auch diesmal wieder ein großes Hörerlebnis.

Zur Leipziger Buchmesse kann man Birge Tetzner auch live erleben – beispielsweise am 26. März mit Fred bei den Maya. Los geht es 11:00 im Forum Literatur + Hörbuch, Halle 3, Stand B501. Allen die es dorthin nicht schaffen, sei der neuste Teil von Fred – Archäologische Abenteuer wärmstens empfohlen  – aber jetzt psssst! Wir sind nochmal im Dschungel unterwegs.

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