15/07/2021

Wo eine Reise nach Nirgendwo dich überall hinführt – Endlich wieder Theater

Als ich mich bei schönstem Sonnenschein auf der Wiese vor dem Sonnenhäusel mit dem Dramaturgen Christoph Macha treffe, um über seine neueste Inszenierung am tjg. Dresden zu sprechen, erzählt er mir gleich am Anfang, wie aufgeregt alle waren, als sie nach der langen Pause endlich wieder vor Kindern proben konnten. Und auch ich bin aufgeregt, so kurz vor meiner ersten Premiere nach einer gefühlten Ewigkeit. Natürlich im positiven Sinne, denn schließlich geht es jeden Moment wieder los – die Kinder rutschen gespannt auf ihren Plätzen herum, bis die Glocke dreimal ertönt. Und dann heißt es endlich wieder Eintauchen in das Unmittelbare und Vielfältige der Theaterkunst.

Schauplatz diesmal ist der hübsche Herzwald im Land der Träume und das junge Publikum wird Zeuge der Geburt eines ganz besonderen Wesens.

Das NEINhorn von Marc-Uwe Kling und illustriert von Astrid Henn, erschienen im Carlsen Verlag – am tjg. auf die Bühne gebracht von Christoph Macha und Johanna Zielinski.

Das NEINhorn © Carlsen Verlag, Illustration: Astrid Henn vor dem NEINhorn des tjg. auf der Bühne des Sonnenhäusels im Großen Garten in Dresden
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11/10/2020

Auf den Spuren einer Rübenlaterne

Anlässlich der Buchmessewoche möchten wir hier ein paar unserer liebsten Herbstnovitäten zeigen. Und da ihnen dieses Jahr ihr großer Auftritt in den Hallen, Gängen und Gesprächen fehlen wird, sollen sie hier besonders glänzend vorgestellt werden. Den Anfang macht ein großartig innovatives Kindersachbuch zum Thema Halloween – das Fest, das hierzulande noch recht widersprüchlich wahrgenommenen wird. Die Kinder lieben es, aber oft wird dem gruseligen Treiben vor Allerheiligen nur importierter Kommerz unterstellt.

Bei ultramar media hat man sich auf Spurensuche begeben und entstanden ist ein Buch, das – ganz im Dienste der kleinen Geister, Monster oder Vampire – damit aufräumt, Halloween sei eine inhaltsleere und kommerzielle Angelegenheit, die mit Allerheiligen und wirklichem Brauchtum nichts zu tun hat. Gewohnt fundiert und im geschichtlichen und archäologischen Kontext führt Birge Tetzner ihre LeserInnen zu den Ursprüngen des Festes und schlägt sehr spannende Brücken zu verwandten Feiertagen, Bräuchen und Mythen. Nach dieser Lektüre wird niemand mehr nur den Kommerz in Halloween sehen.

Halloween – Von Geistern, Vampiren und anderen Spukgestalten von Birge Tetzner und illustriert sowie gestaltet von Dirk Uhlenbrock, erschienen bei ultramar media.

Vom Schlau Fux Heft zum Buch: Halloween – Von Geistern, Vampiren und anderen Spukgestalten © ultramar media, Illustration/Schrift IceColdHand als Sticker: Dirk Uhlenbrock
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29/06/2020

Ein Ort voller Geschichte(n)

Einen Handlungsort besuchen und durch die Räume einer Geschichte wandeln, kann ein sehr besonderes Erlebnis sein. Vor allem dann, wenn dieser Handlungsort nicht nur Kulisse für eine einzelne Geschichte ist, sondern selbst Geschichte geschrieben hat – 100 Jahre deutsche Geschichte. Das Alexander Haus oder auch einfach das Sommerhaus am See ist ein solcher Ort. Ein Haus ganz in der Nähe von Berlin, gelegen am Groß Glienicker See und stets an der vordersten Front der Geschichte, wie es Autor Thomas Harding sehr treffend beschrieben hat.

Ich habe es besucht und bin mindestens genauso berührt und beeindruckt von diesem Ort heimgekehrt, wie ich auch den Roman, der die Geschichte dieses Seelenortes erzählt, beendet habe. Für die jüngeren LeserInnen ist im Verlagshaus Jacoby & Stuart nun das Bilderbuch dazu erschienen. Bei meinem Besuch in Groß Glienicke hatte ich es dabei und möchte es nun hier auch unbedingt vorstellen. Denn endlich halte ich ein Buch in den Händen, mit dem man auch die jüngste und gleichzeitig wohl auch die am schwersten zu erklärende Geschichte des Landes schon für etwas jüngere Kinder greifbar machen kann. Doch zuvor lasse ich meinen Weg zu diesem geschichtsträchtigen Fleckchen Erde noch kurz Revue passieren – ein paar wichtige Hintergrunddetails mit inbegriffen.

Sommerhaus am See – Das Bilderbuch von Thomas Harding, übersetzt von Nicola T Stuart und illustriert von Britta Teckentrup, erschienen bei Jacoby & Stuart.

Sommerhaus am See – Das Bilderbuch © Jacoby & Stuart, Illustration: Britta Teckentrup
(Im Hintergrund: Sommerhaus am See – Der Roman © dtv)
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27/01/2020

Von der NeuEntdeckung der unendlichen Geschichte

Im Dezember hatte ich das große Vergnügen bei einem Werkstattgespräch des Illustrators und Künstlers Sebastian Meschenmoser in der Zentralbibliothek Dresden dabei sein zu können. Vier Monate zuvor erst war seine illustrierte Ausgabe von Michael Endes Meisterwerk Die unendliche Geschichte erschienen, für die er 50 Ölgemälde und über 100 Zeichnungen anfertigte.

Im Rahmen einer Ausstellung ausgewählter Originale sprach er über die spannende Entstehungsgeschichte des Buches, seine besondere Motivation Bildwelten für eben diesen Klassiker zu erschaffen und dessen Bedeutung für unsere heutige Gesellschaft. Dabei lies er gleich zu Beginn seinen Wunsch durchschimmern, dass diese neue, bebilderte Ausgabe des Romans doch hoffentlich viele Menschen dazu bringe, Endes Roman neu zu entdecken. Denn Die unendliche Geschichte sei ein Buch, das man immer wieder lesen könne und jedes Mal würde man Neues entdecken und Figuren, Orte oder Handlungsstränge aus einer anderen Perspektive betrachten können.

Was mir an diesem Punkt schon eine Überlegung wert war – schließlich lag meine Reise nach Phantásien fast zwanzig Jahre zurück – musste ich nach seinen unbeschreiblich interessanten und tiefgehenden Ausführungen zum Buch schlichtweg auch in die Tat umsetzen. Und so wagte ich, in den Tagen zwischen den Jahren eine erneute Reise in das Buch aller Bücher – an meiner Seite, sozusagen parallel lesend, sogar ein kleiner LeseEntdecker, der diesen Weg zum ersten Mal antrat.

Die unendliche Geschichte von Michael Ende und illustriert von Sebastian Meschenmoser, erschienen im Thienemann Verlag.

Die unendliche Geschichte © Thienemann Verlag, Illustrationen: Sebastian Meschenmoser
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1/12/2019

Weihnachten mit Pluck

Gern möchten wir auch dieses Jahr hier mit ein wenig Weihnachtszauber beenden, wofür wir wieder eine feine, kleine Auswahl an Weihnachts- und Winterbüchern, aber auch an besonderen Buchgeschenken oder Ideen für die Weihnachtszeit zusammengestellt haben. Ein alter goldener Rahmen soll diese im wahrsten Sinne des Wortes für euch nun jeweils immer einrahmen. Nicht jeden Tag im Sinne eines Adventskalenders, aber immer wieder als kleiner Zauber zwischen den Tagen des Wartens.

Den Beginn macht eine kleine Tradition, die wir im Grunde jedem Kind in der Vorweihnachtszeit in irgendeiner Form so wünschen. Der Besuch einer Weihnachtsinszenierung am Theater. Konkret war das bei uns dieses Jahr am tjg. – Theater junge Generation die Literaturadaption des in den Niederlanden sehr bekannten Kinderbuches Pluck mit dem Kranwagen als deutsche Erstaufführung.

Pluck nach dem Roman Pluck mit dem Kranwagen von Annie M. G. Schmidt und Fiep Westendorp und übersetzt von Rosel Oehlke, erschienen im ellermann Verlag. Am tjg. Theater der jungen Generation Dresden in einer Fassung von Felicitas Loewe und Jos van Kan aufgeführt.

Vom Buch auf die Bühne: Pluck am tjg. – Buchvorlage Pluck mit dem Kranwagen © ellermann Verlag, Illustrationen: Fiep Westendorp
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30/09/2019

Vom Ankommen und Bleiben – Die Geschwister Zaeri-Esfahani erzählen

Im Sommer ist es hier auf der Seite etwas ruhiger gewesen. Das Schreiben, Erzählen und Empfehlen war auf Reisen und so oft auch unter freiem Himmel an anderer Stelle und in wesentlich kürzer Form einfach besser möglich.

Nun habe ich allerdings schon auf die Gelegenheit gewartet, um dieses – mittlerweile bereits sechs Jahre existierende – virtuelle Sammelsurium an LeseEntdeckungen endlich wieder mit neuen Inhalten füllen zu können. Denn das ausführliche Schreiben bzw. Rezensieren liegt mir dann doch sehr am Herzen.

Bei einer Gelegenheit sollte es allerdings nicht bleiben, auch nicht nur bei einem Anlass oder Aufhänger. Nein, ein Erzählabend der besonderen Art soll nun der Grund für die folgenden, ausführlichen Zeilen sein. Ein Erzählabend der Geschwister Zaeri-Esfahani, der so wunderbar zum Motto der LeseEntdecker, nämlich Geschichten und Literatur erlebbar machen, passt und deswegen auch unter keinen Umständen hier fehlen darf. Genauso wenig wie die beiden Bücher, über die Mehrnousch Zaeri-Esfahani und Mehrdad Zaeri-Esfahani an diesem Abend gesprochen haben.

33 Bogen und ein Teehaus von Mehrnousch Zaeri-Esfahani und illustriert von Mehrdad Zaeri-Esfahani, erschienen im Peter Hammer Verlag.

Das Mondmädchen von Mehrnousch Zaeri-Esfahani und illustriert von Mehrdad Zaeri-Esfahani, erschienen im Knesebeck Verlag.

33 Bogen und ein Teehaus © Peter Hammer Verlag, Illustration: Mehrdad Zaeri-Esfahani
Das Mondmädchen © Knesebeck Verlag, Illustration: Mehrdad Zaeri-Esfahani
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