15/04/2019

Mit Amelie den Brückenschlag wagen – Vom Film zum Buch

Im November des vergangenen Jahres hatten wir das Glück, an einem Seminar des Arbeitskreises für Jugendliteratur zum Thema Inszenierte Kinder- und Jugendliteratur für den Film teilzunehmen. Die Synergieeffekte zwischen den Medien und das Potential für die Leseförderung waren dabei die Punkte, die uns besonders interessierten. Außerdem ging es uns um den Brückenschlag und somit um die Übersetzungsleistung von der Buchvorlage hin zum Film. Schließlich konnten wir während der Vorträge und Workshops aber so weit über diesen gesteckten Horizont hinausblicken, dass wir an dieser Stelle hier nun über genau den umgekehrten Weg sprechen möchten. Den Weg vom Film und somit Drehbuchstoff hin zum Kinder- und Jugendroman. Denn genau diesen Weg sind die Münchner Filmproduktionsfirma Lieblingsfilm und der 360 Grad Verlag mit dem Kinofilm Amelie rennt im Spätsommer 2017 gegangen.

Amelie rennt von Natja Brunckhorst (Drehbuch und Roman) und Tobias Wiemann (Regie), produziert von Philipp Budweg und Thomas Blieninger (Lieblingsfilm) sowie Martin Rattini (Helios Sustainable Films) und erschienen im 360 Grad Verlag.

Amelie rennt © 360 Grad Verlag und farbfilm home enternainment Foto: Martin Rattini

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2/04/2019

Bücher helfen gegen Eile – Internationaler Kinderbuchtag 2019

Eigentlich sind Kinder ja Meister in Sachen Langsamkeit. Hier ein Käfer, da ein Stein – dort ein Flugzeug am Himmel und immer wieder die Frage nach dem Warum? – dem Wieso? – dem Wohin? Aber die Welt um sie herum ist schon längst nicht mehr langsam. Sie ist schnell – mitunter viel zu schnell. Doch da sie auch Meister darin sind, sich anzupassen, laufen sie eben auch geradewegs durch unsere hektische und reizüberströmte Welt – langsamen Schrittes zwar, aber zuversichtlich. Wachsen in ihr auf und verändern ihr Tempo, ihre Achtsamkeit und ihre Hingabe beinahe unbemerkt – passen sich an. Nicht immer – aber immer wieder.

Das Tempo unserer Gesellschaft können wir nicht einfach so verlangsamen, aber wir können versuchen, ihnen und uns immer wieder bewusst Ruheoasen zu schaffen. Momente, Tage oder gar ganze Zeitspannen, in denen wir entschleunigen und achtsamer leben.

Fängt man bei den Momenten an, so liegt nichts näher, als gemeinsam ein Buch aufzuschlagen und in eine andere Welt einzutauchen. In eine Welt, die viel langsamer ist und die auch uns für den Moment ausbremst. Die uns Inne halten lässt und unsere volle Konzentration beansprucht. Texte, Bilder und Materialien wollen gesehen, berührt und verinnerlicht werden – dies mit Hast und Eile zu tun, würde keinen Sinn machen.

Und genau darum geht es auch in der diesjährigen Botschaft zum Internationalen Kinderbuchtag, die dieses Mal aus Litauen kommt und uns vor Augen hält, wie wertvoll Bücher doch in unserer ruhelosen Welt sind und welch großen Wert ein aufgeschlagenes Buch in Kinderhänden doch hat.

Geschrieben und illustriert hat die Botschaft Kęstutis Kasparavičius – ein sehr bedeutender Schriftsteller und Illustrator des Landes. In seinen Überlegungen plädiert er für mehr Lesemomente und somit mehr Ruhemomente. Er lädt dazu ein, mehr Bücher zur Hand zu nehmen, sich hinzusetzen und aufmerksam zu sein. Denn in Büchern, so der Autor, geschehen die Dinge ruhig und in klar geregelter Reihenfolge.

Books help us not to rush,
books teach us to notice things,
and books invite us or even make us
sit down for a while.

Kęstutis Kasparavičius
(Übersetzung Daina Valentinavičienė)

Und er geht noch weiter. Nicht nur wir lesen die Bücher, nein natürlich lesen auch die Bücher uns. Vor allem lesen sie in unseren Augen, während wir in ihnen lesen. Ein wunderbar fantasievoller Gedanke, dem Kęstutis Kasparavičius in seiner Illustration den entsprechenden Raum gibt und der hier auf der Seite einfach auch nicht fehlen soll.

And haven’t you experienced another miracle –
that when you read a book,
the book reads you?
Yes, of course, books can read.
They read your forehead, eyebrows,
the corners of your lips as they rise and fall,
but, first and foremost, books read your eyes.
And looking into your eyes, they see…
Well, you know what!

Kęstutis Kasparavičius
(Übersetzung Daina Valentinavičienė)

Lasst uns heute also alle etwas langsamer durch den Tag gehen. Wir Großen sollten uns von den langsamen Schritten der kleinen LeseEntdecker anstecken lassen und uns die nötige Zeit für die Beantwortung all der Fragen nehmen. Und den Kindern wünschen wir heute und an allen anderen Tagen im Jahr die Möglichkeit, sich aus Stapeln, Regalen oder Auslagen immer wieder ein Buch auszusuchen, um sich hinzusetzen und die Welt um sich herum für einen Moment anzuhalten.

Bücher helfen gegen Eile – und kleine LeseEntdecker gleich noch einmal mehr

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21/05/2018

Kaleidoskop im Mai

Etwas anders gefärbt ist unser Kaleidoskop in diesem Monat – aber ebenso voll an Entdeckungen wie bereits im März. Mit dabei zwei spannende Kinderbuchfestivals – beide in der Hauptstadt, das eine ganz neu und das andere fast schon eine Institution. Außerdem eine Reihe an wunderbaren Kinderbüchern, die bald auf der Bühne zu sehen sein werden, die Vorfreude auf ein Großereignis im Juni mit dem passenden Lesestoff für die kleinen LeseEntdecker, ein Ausstellungstipp für alle, die ihren Sommerurlaub dieses Jahr im Süden von Schweden verbringen werden sowie ein Tipp für die wohl größte Kindertagssause des Landes.

Buntes Sammelsurium an Entdeckungen – unser Kaleidoskop im Mai, © Alessandro Paiva

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2/04/2018

Im Buch ist das Kleine groß – Internationaler Kinderbuchtag 2018

Es gibt in der diesjährigen Botschaft zum Internationalen Kinderbuchtag jede Menge Passagen, die uns aus dem Herzen sprechen. Unter dem Motto „Im Buch ist das Kleine groß“  spricht die lettische Schriftstellerin Inese Zandere beispielsweise davon, wie Geschichten, Märchen oder Gedichte ein instinktives Bewusstsein dafür schaffen, dass Ordnung in der Welt möglich ist und dass jeder seinen bestimmten Platz in ihr hat. Die Wirkung des Buchs beschreibt sie als ein wohlgeordnetes Ganzes, in dem das Große sich im Kleinen zeigt.

Für uns ist das ein sehr wichtiger Gedankengang, der einmal mehr zeigt, wie wichtig Bücher für Kinder sind. Denn sie suchen noch nach einem Platz für sich, ihr Tun und ihr Denken auf dieser Welt – das Einordnen und Zurechtfinden passiert erst Stück für Stück. Mit Büchern an ihrer Seite gehen sie diesen Weg allerdings mit einem größeren Gefühl an Halt und Sicherheit.

Ein Kinderbuch hat die unfassbare Macht,

junge Menschen in ihrem Willen

und ihrer Fähigkeit zu leben zu bestärken.

Es fördert ihren Lebensmut.

Inese Zandere
(Übersetzung Carolin Farbmacher)

 

Internationaler Kinderbuchtag 2018

In Verbindung mit der bezaubernden Illustration des Künstlers Reinis Pētersons ist es Lettland in jedem Falle gelungen, die Bedeutung des heutigen Tages in Wort und Bild entsprechend darzustellen.

Ein Kinderbuch symbolisiert Respekt

für die Größe des Kleinen.

Inese Zandere
(Übersetzung Carolin Farbmacher)

Diese in unseren Augen bedeutendste Aussage der lettischen Botschaft findet sich sehr schön auch in den so mutigen und selbstbewusst gezeichneten Kindern der Illustration wieder. Und auch die folgenden Zeilen von Inese Zandere zeigen noch einmal vollkommen, welchen Wert Bücher für Kinder haben sollten.

In einem Buch ist das Kleine immer groß – und das sofort,

nicht erst, wenn man erwachsen ist.

Ein Buch ist etwas Geheimnisvolles,

das Unerwartetes oder Unerreichbares zugänglich macht.

Das, was Leser einer bestimmten Altersgruppe

noch nicht rational erfassen können,

hinterlässt Spuren in ihrem Bewusstsein und wirkt weiter,

auch wenn es noch nicht völlig verstanden wird.

 

Ein Bilderbuch kann auch für Erwachsene

eine Schatztruhe an Weisheit und Kultur sein,

genauso wie Kinder ein Buch lesen können,

das für Erwachsene bestimmt ist,

und darin ihre eigene Geschichte, einen Hinweis

auf ihr kommendes Leben, finden.

Inese Zandere
(Übersetzung Carolin Farbmacher)

 

Wunderbare und wichtige Worte, die hier auf der Seite auf keinen Fall fehlen sollen. Der gesamte Text der Autorin ist hier auch noch einmal komplett nachzulesen. Wir wünschen allen kleinen und großen LeseEntdeckern einen schönen Kinderbuchtag – genießt ihn und tragt die Botschaft weiter!

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2/04/2017

Mit Büchern groß werden – Internationaler Kinderbuchtag 2017

Heute ist der Geburtstag von Hans Christian Andersen und somit Internationaler Kinderbuchtag – ins Leben gerufen von Ibby International. Die Patenschaft für die diesjährige Ausgestaltung übernimmt Russland. Das Motto lautet: Let us grow with the book! (Расти с книгои!)

Die dazugehörige Botschaft an die Kinder der Welt wurde von dem Autor Sergey Makhotin verfasst und von Yana Shvedova ins Englische übersetzt. Illustriert wurde das diesjährige Poster dazu von Mikhail Fedorov.

“[…] You are growing up
and the world around is becoming more complicated.
You are facing the questions,
which not even any adult is ready to answer.
However, it is important
to share your doubts and secrets with someone.
And here a book comes along again to help. […]”

 

Ein sehr schöner Gedanke, den Sergey Makhotin da nieder geschrieben hat. Wir möchten dabei helfen ihn heute in die Welt zu tragen und empfehlen daher sehr, sich den gesamten Brief des Autors durchzulesen. Und natürlich den Tag gebührend mit jeder Menge Kinder- und Jugendbücher im Gepäck zu feiern.

Passender Weise beginnt morgen in Bologna auch die Kinder- und Jugendbuchmesse, die wir aus der Ferne verfolgen werden. Doch eines Tages – da sind wir uns sicher, werden wir auch einmal vor Ort sein. In diesem Sinne – haltet an euren Träumen fest und helft den kleinen LeseEntdeckern dabei es euch gleich zu tun. Lasst sie mit Büchern groß werden!

poster_02.04.2017_01

Internationaler Kinderbuchtag 2017

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16/12/2016

Die erste EntdeckerBibliothek – Bücher von Anfang an

Schon länger möchten wir hier darüber schreiben, wie wichtig wir es für kleine LeseEntdecker finden, dass man ihnen Bücher auch zugänglich macht. Vor kurzem lasen wir dazu dann die Gedanken der Autorin Antje Herden und hatten schließlich die Idee zu diesem Beitrag.

Mit jedem Alter sollten unsere Kinder über eine eigene (kleine) Bibliothek verfügen können – bestückt mit Büchern, die zu ihren jeweiligen Bedürfnissen und Ansprüchen passen. Und das von Anfang an! Ja besonders die ersten Grundsteine, die wir in dieser Hinsicht legen, können später einmal von großer Bedeutung für ihren Bezug zum Lesen sein. Gemeint ist damit das Vorhandensein von Büchern schon ab den ersten Lebensmonaten. Auch wenn es so scheint, als würden die Allerkleinsten ihren “Büchern” anfänglich noch wenig Beachtung schenken, ist ihre bloße Existenz in ihrem Wahrnehmungsraum bereits sehr wichtig. Nach und nach können sie sich so dem Gegenstand Buch annähern und ihn im wahrsten Sinne des Wortes lernen zu begreifen.

Eine feine kleine Auswahl an Büchern, mit denen dieser Prozess unseres Erachtens besonders gut gelingt, haben wir im Folgenden einmal zusammengestellt. Sie vereint Bücher aus sehr verschiedenen Materialien und unterschiedlichster Machart – ein wesentliches Auswahlkriterium für die erste eigene EntdeckerBibliothek.

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Die erste EntdeckerBibliothek

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