Zwischen Illusion und Wirklichkeit – Quint Buchholz

Ausstellungen von Illustratoren besuchen wir immer wieder gern, denn sie sind wie ein Spaziergang durch die Bilderwelten ihrer Bücher. Ein wunderbares Erlebnis – vor allem auch für Kinder. Man wandert von Bild zu Bild und kann die Illustrationen losgelöst von der dazugehörigen Geschichte betrachten. Meist offenbaren diese uns dann ihr Wesen als Kunstwerk, was Illustrationen ja zweifelsohne sind. Für die kleinen LeseEntdecker kann das der erste Kontakt mit ausgestellter Kunst sein. Handelt es sich dabei dann auch noch um die Bilder eines vertrauten Bilderbuches, macht es besonders viel Spaß. Wir haben deswegen die Möglichkeit genutzt und die diesjährige Sommerausstellung auf Schloss Wackerbarth besucht, in der gerade eine schöne Auswahl an Bilderwelten von Quint Buchholz gezeigt wird.

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Bilderwelten – das trifft bei Quint Buchholz in besonderem Maße zu. Denn betrachtet man seine Illustrationen, gelangt man tatsächlich in ganz eigene Welten. Meist sind es Fantasiewelten, die aber so echt aussehen, dass man immer wieder hinschauen muss, um herauszufinden wie dem nun ist. Meist verliert man sich dann in ihnen und kommt sich vor wie im Traum, als wäre man an ganz unbekannten Orten – Sehnsuchtsorten. Dann scheint Illusion Wirklichkeit zu werden und die Begeisterung über das Unmögliche wird zum feinen Schmunzeln auf den Lippen.

Bekannt geworden ist Quint Buchholz durch seine Umschlagillustrationen einiger Jugendbuchtitel von Jostein Gaarder – z.B. Sofies Welt, Das Kartengeheimnis oder Der Geschichtenverkäufer. Mit jeweils nur einem Bild verleiht er den Geschichten ein ganz eigenes Gesicht und lenkt den Leser von Anfang an in eine bestimmte Lesestimmung. Viele weitere Umschlag- wie auch Innenillustrationen für bekannte Autoren folgen, aber in ganzer Fülle kommt sein besonderer Stil erst in seinen eigenen Bilderbüchern zum Vorschein. Die Rede ist z.B. von seinem BuchBilderBuch, dem wunderbaren Schlaf gut, kleiner Bär sowie seinem Sammler der Augenblicke.

In der Ausstellung auf Schloss Wackerbarth sind vor allem Bilder aus seinen zwei neusten Bilderbüchern Quints Tierleben und Im Land der Bücher zu sehen. Aber auch einige neue, noch unveröffentlichte Arbeiten werden gezeigt.

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Die Brille. Quint Buchholz

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Am Leuchtturm (links) – Das Schweigen des Löwen (rechts). Quint Buchholz

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Blick in das Bücherangebot im Ausstellungsshop.

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Der Sammler der Augenblicke © Carl Hanser Verlag, Illustration: Quint Buchholz

Eine feine kleine Ausstellung in wunderschönen lichtdurchfluteten Räumen und vor herrlicher Kulisse haben wir da besucht. Und am Ende im kleinen Ausstellungsshop dann auch noch ein LeseEntdecker-Lieblingsbuch entdeckt, das wir nun gern noch vorstellen möchten.

Schlaf gut, kleiner Bär von Quint Buchholz, erschienen im Carl Hanser Verlag.

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Entdeckt: Schlaf gut, kleiner Bär © Carl Hanser Verlag, Illustration: Quint Buchholz

Schlaf gut, kleiner Bär erzählt uns die Geschichte eines kleinen Kuschelbären, der am Abend nicht so recht zur Ruhe finden kann – einfach nicht müde wird. Schließlich ist es auch gar nicht so einfach, nach einem Tag voller Erlebnisse sofort einzuschlafen – was einem da alles noch durch den Kopf geht. Kleine LeseEntdecker kennen das sicher aus eigener Erfahrung und verstehen den kleinen Bären nur zu gut.

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Innenseite aus: Schlaf gut, kleiner Bär © Carl Hanser Verlag, Illustrationen Quint Buchholz

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Innenseite aus: Schlaf gut, kleiner Bär © Carl Hanser Verlag, Illustrationen Quint Buchholz

Und wenn kleine Bären nicht müde sind,
dann krabbeln sie noch mal leise aus ihrem Bett,
bauen sich eine Treppe, auf der sie bis Fenster
hinaufklettern können, und schauen hinaus…

Und der Bär schaut sich noch einmal all das an, was ihm auch am Tage so begegnet ist. Die Enten im Fluss, der Bootssteg mit seinen Seeräuberutensilien, der Garten von Frau Rose, die Vogelmannwiese und weit weg das Zirkuszelt im Nachbardorf. So lässt sich der Tag schon viel besser abschließen. Und dann denkt er auch schon an morgen und freut sich darauf wieder Seeräuber zu sein .

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Innenseite aus: Schlaf gut, kleiner Bär © Carl Hanser Verlag, Illustrationen Quint Buchholz

Noch etwas mehr malt sich der kleine Bär den kommenden Tag aus, hört dann aber die Mondscheinmusikanten, die für den Mond, für alle Kinder und für kleine müde Bären ein Gutenacht-Liedchen spielen und kommt endlich zur Ruhe. Wunderschön – das dazugehörige Bild des kleinen Bären vor dem Fenster.

Manchmal gibt der kleine Bär
dem Mond noch einen Gutenachtkuss…

…und dann schläft er ein.

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Innenseite aus: Schlaf gut, kleiner Bär © Carl Hanser Verlag, Illustrationen Quint Buchholz

Eine bezaubernde GuteNacht-Geschichte aus der Sicht der geliebten Kuscheltiere – hilft dabei mit den kleinen LeseEntdeckern den Tag Revue passieren zu lassen und sollte deswegen einen festen Platz auf jedem Nachtisch haben.

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