Leipziger Buchmesse 2015 – unsere Highlights

Unsere Messetage liegen nun schon wieder eine Woche zurück. Im EntdeckerKoffer haben wir uns aber viele neue BuchEntdeckungen, besondere Fundstücke und MesseErinnerungen mitgenommen, um nun im Vollen daraus schöpfen zu können. Eine erste kleine Auswahl davon möchten wir heute hier vorstellen – alles Weitere folgt über das Jahr verteilt.

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Buntes Treiben in der Glashalle.

Die Atmosphäre in Leipzig, die überall in den Hallen und Gängen herrscht, gefällt uns immer wieder besonders gut. Jedes Jahr aufs Neue haben wir noch die Frankfurter Buchmesse im Gefühl, wenn wir in Leipzig anreisen. Und jedes Jahr aufs Neue stellen wir fest, dass es hier doch so anders ist. Trubelig und vielseitig – eine Messe für das Publikum.

Und genau mitten in dieses bunte Publikum haben wir uns am Messefreitag dann auch gemischt- zuerst natürlich in die “heiligen Hallen” der Kinderbuchverlage. Erste Station war die Präsentationsfläche vom Leipziger Lesekompass, der seit 2012 Kinder- und Jugendbücher auszeichnet, “die Lesespaß mit kreativen Ansätzen der Leseförderung verbinden”. Das Vorgehen, Lesespaß und Kreativität in den Vordergrund der Auswahlarbeit zu stellen, gefällt uns sehr gut und wir lassen uns jedes Jahr immer wieder gern überraschen, welche Titel diesem Aspekt in den Augen der Jury besonders Rechnung tragen.

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Weist in Sachen Lesespaß immer die richtige Richtung – der Leipziger Lesekompass.

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Leipziger Lesekompass: Die Auswahl am Stand der Stiftung Lesen

Danach ging es von Stand zu Stand – hin und wieder haben uns gerade die kleinen, manchmal fast unscheinbaren Stände überrascht und zu ganz neuen Formaten hier auf dem Blog inspiriert.

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Klein aber fein – der Stand von Bohem Press (I)

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Klein aber fein – der Stand von Bohem Press (II)

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Kinderbücher vom Picus Verlag aus Wien

Aber auch die altbekannten und nicht zu übersehenden Herzensverlage haben wieder wahre Perlen im Frühjahrsprogramm, sodass es nicht leicht fällt eine Hand voll Novitäten auszuwählen, die in nächster Zeit Einzug in den EntdeckerKoffer halten sollen. Auch wunderbare Titel, die wieder neu aufgelegt werden, haben wir entdeckt. Alles in allem dürft ihr euch also schon jetzt auf viele neue Bücherempfehlungen freuen, die es gilt unbedingt zu entdecken.

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Kinderbücher zum Abheben – Beltz Der Kinderbuchverlag präsentiert sich auch dieses Jahr mit einem gelben Heißluftballon

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Wieder aufgelegt: Olrik – Ein Tag im Leben eines Pinguins

Auch der diesjährige Schwerpunkt der Leipziger Buchmesse “50 Jahre deutsch-israelische Beziehung” hat uns während unseres Besuches immer wieder beschäftigt – nicht zuletzt natürlich weil die wunderbare Miriam Pressler in der Kategorie Übersetzung mit dem Leipziger Buchpreis geehrt wurde. Ein sehr interessantes Gespräch mit der Autorin gab es am Samstag auf der Bühne vom Deutschlandradio – “Deutsch-israelischer Dialog im Kinderbuch” war das Thema.

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Israelischer Stand in Halle 4

Eine ganz besondere – weil komplett unerwartete – Entdeckung haben wir dann noch am Stand der Deutschen Zentralbücherei für Blinde gemacht. Dort konnte man ganz toll gemachte Bilder- und Kinderbücher bestaunen, die erspürt und mit den Fingern entdeckt werden wollen. Uns war nicht bewusst, welche Möglichkeiten es in diesem Bereich gibt. Gerade im Bilderbuchbereich dachten wir bisher, wäre das Vorlesen die einzig wirkliche Möglichkeit, um blinden Kindern einen ersten Zugang zu Büchern und Literatur zu ermöglichen. Aber dank wunderbarer Tast- und Reliefbilderbuch-Versionen bekannter Kinderbuchtitel ermöglicht man auch schon den kleineren LeseEntdecker ein echtes “LeseErlebnis”.

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“Die drei Räuber” als Reliefbilderbuch

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“Wo ist Mami” von Axel Scheffler als Tastbilderbuch (I)

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“Wo ist Mami” von Axel Scheffler als Tastbilderbuch (II)

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“Wo ist Mami” von Axel Scheffler als Tastbilderbuch (III)

Und auch für die Größeren, die das Lesen und Schreiben der Brailleschrift bereits beherrschen bzw. gerade erlernen, gibt es eine schöne Auswahl an bekannten Kinderbüchern – u.a. werden auch immer wieder Lesekompass-Titel umgesetzt.

Für uns war es eine ganz neue Erfahrung Kinderbücher auf diese so vordergründig haptische Art und Weise kennenzulernen. Und wir haben Lust bekommen, uns in diesen Bereich noch etwas mehr vorzuwagen – schließlich gibt es so viele verschiedene Arten und Wege die Welt des Lesens zu entdecken.

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“Cowboy Klaus und Otto der Ochsenfrosch” für Leseanfänger

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Lirum Larum Lecker! von Saskia Pape als Lesekompass-Buch

Großes Highlight war dann natürlich noch eine kurze Unterweisung in eine typische Punktschriftmaschine und die Erklärung des Blindenschriftalphabets. So war es uns möglich ein Lesezeichen mit unserem ganz eigenen Schriftzug zu versehen – die LeseEntdecker.

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die LeseEntdecker in Brailleschrift

Zum Abschluss besuchten wir schließlich noch das diesjährige Symposium des Arbeitskreises für Jugendliteratur e.V. zum Thema “Erstlesebücher – Türöffner oder Falltüren?”. In verschiedenen Vorträgen wurde über das weite Spannungsfeld gesprochen, in dem Erstlesebücher stehen. Aus Theorie und Praxis wurden zahlreiche Aspekte und Kriterien vorgestellt, die es gilt zu bedenken, wenn man ansprechende Erstleseliteratur schaffen und vermitteln möchte.

Zu Beginn des Symposiums wurden dafür erst einmal alle Anwesenden zurück versetzt – und zwar in die Lage eines Leseanfängers.  Wie mühsam und anstrengend sich das Lesenlernen darstellen kann, konnten wir anhand eines gespiegelten Textes allerdings nur erahnen. Zu selbstverständlich geht man ab einem bestimmten Punkt seiner Lesebiografie mit Buchstaben und Wörtern um. Aber ein guter Einstieg ins Thema, das sich dann über einen kurzen historischen Abriss von Erstleseliteratur bis hin zur Rolle der Illustration im Erstlesebuch und bestimmten Lernkonzepten ausweitete. Mittendrin gab Eva Muszynski außerdem einen Einblick in die Entstehung ihrer Cowboy Klaus Bücher – ein sehr erfrischender und unterhaltsamer Vortrag mit einer tollen Sichtweise auf die Gattung Erstlesebuch, einem Plädoyer für das Unerwartete und die Bedeutung die Eltern mit ins Boot zu nehmen.

“Begeistert mitlesende Eltern vermitteln Kindern
ganz nebenbei den Wert von Büchern.”

(Eva Muszynski)

 

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Auftakt Symposium “Erstlesebücher – Türöffner oder Falltüren?”

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Vortrag von Eva Muszynski zum Entstehen der Cowboy Klaus-Geschichten

Der Lesefrühling hat nun also endgültig begonnen und die Leipziger Buchmesse war für uns ein wunderbarer Auftakt. Vielen Dank für all die interessanten Gespräche, Begegnungen und natürlich Bücher – bis zum nächsten Jahr.

2 Antworten auf “Leipziger Buchmesse 2015 – unsere Highlights

    • Hallo Miri,

      ja das ging uns auch so – gern möchten wir uns deswegen auch noch etwas intensiver mit diesen wunderschönen Büchern beschäftigen und hoffen sehr, dass es dazu hier bald mehr zu lesen gibt.

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